Mittwoch, 4. Juli 2018

Body-Shaming: Das neue Trend-Thema auf den Socials



Hallo Liebes!

Ich schreibe diesen Post ganz spontan.

Eigentlich hätte ich 1000 andere Sachen zum erledigen, aber es kribbelt mir in den Finger und ich möchte das jetzt einfach mal öffentlich, ehrlich und direkt schreiben.

BODY SHAMING.

Ein Thema was viele bewegt und interessiert.

Leider aber in der letzten Zeit fast ein "Trend-Thema" geworden ist auf dem viele reiten wollen.

Kommt ja gut an, nicht?



In der Schweizer Blogger- und Instagram-Szene ist MORENIITA vielleicht die Person die am bekanntesten für dieses Thema ist.

Sie hat in ihrem Leben vieles erlebt und schreibt seit Jahren offen über dieses Problem. Wenn es Dich interessiert, dann schau mal bei ihr auf dem Blog wie auch auf Instagram vorbei.

Nun ist es aber so, dass alles was erfolgreich ist (und Morenita hat Erfolg mit diesem Thema) auch viele andere interessiert und dementsprechend auch ein Stück von diesem erfolgreichen Kuchen abschneiden möchten.

Body Shaming ist aber nicht ein Thema für alle, denn es setzt etwas voraus.

Wer über Body Shaming schreiben und reden möchte, sollte wissen von was er spricht.

Hier ist es wie beim Thema "Geburt". Ich kann keine Frau ernst nehmen die noch nicht ein Kind zur Welt gebracht hat und mit mir über Geburtstechniken und Co. reden will.

Ich höre ihr zu, aber kann ich das ernst nehmen? Wie glaubhaft ist jemand, wenn er über etwas redet das er noch nicht erlebt hat? Vielleicht darüber gelesen hat, aber ERLEBT?

Kleine persönliche Geschichte:

Mein Sohn hatte im 6. Schwangerschaftsmonat entschieden, dass ihm die Steisslage (Kopf oben, Füsse unten) besser gefiel. Eine Hebamme wollte mich unbedingt überzeugen, dass Kind im Bauch zu seiner ursprünglichen Position zu "manövrieren". Sie sprach auf mich ein und erklärte wie und was und sowieso und blablabla. Ich fragte sie dann, ob sie dass auch erlebt hatte und wie es bei ihren Schwangerschaften gewesen sei.

Darauf kam die Antwort: "Ich habe keine Kinder".

In diesem Moment schaute ich sie an und dachte: "Du bisch aber scho nöd ganz putzt! Wotsch mir verzelle was ich mit MIM Chind söll mache, häsch aber selber nie es Chind i Dir gspürt und d'Ängscht gha wo n'ich han".

(D: Du bist nicht ganz beisammen! Willst mir erklären was ich mit meinem Kind machen soll, aber selber hast Du noch nie ein Kind in Dir gespürt und vor allem meine Ängste")

Mein Sohn kam per Kaiserschnitt auf die Welt und das in seiner geliebten Steisslage. Er wollte es so und wer bin ich um diese Entscheidung zu ändern?

Die Person die mir eigentlich helfen sollte, hatte mich mit ihrem realen Unwissen (nicht fachtechnisch) irritiert und noch mehr davon überzeugt, dass ich an mich und meinen Gefühlen glauben soll.

Meinungsfreiheit und das Recht etwas zu sagen ist mir heilig, aber bei gewissen Themen "lupft es mich" echt aus den Schuhen, wenn ich die nichtwissende Person vor mir reden höre.

Gewisse Sachen MUSS man selber erleben und spüren. Das ist einfach so.

Dazu kommt dann bei Thema Body Shaming die Tatsache, dass ganz viele Girls darüber reden die (zumindest) äusserlich absolut NICHTS mit dieser Problematik zu tun haben.

Wie glaubwürdig soll das auf mich wirken?

Es ist wundervoll wenn diese Person mir sagen will, dass jeder perfekt ist wie er ist, aber....

Dann schaue ich mir das Foto auf den Socials an, sehe eine gesunde und wunderschöne Person und denke: "Willst Du mich jetzt verarsch...."?

Ob diese Leute darüber denken wie das auf andere wirkt die wirklich darunter leiden?

Ganz spontan kommt mir nämlich genau die gegenteilige Wirkung im Sinn.

Ich schaue mir die schlanke und schöne Person an und denke: "WTF"!

Menschen die unter ihrem Aussehen leiden (egal ob es mit Übergewicht, Untergewicht, Ästhetik zu tun hat) brauchen das Gefühl, dass man sie versteht. 


Versteht, weil man es selber erlebt hat und nicht weil es sich toll anhört, wenn man darüber schreibt.

Ich weiss nicht...vermutlich wird dieser Post vielen nicht passen, aber es war mir echt ein Bedürfnis darüber zu schreiben.

Wir dürfen und sollen über alles reden können (egal ob auf den Socials oder im wahren Leben), aber die Überlegung wie das dann auf die Leser/Zuhörer wirkt und ob das "gesagte" mit dem "gezeigtem" übereinstimmen wäre begrüssenswert.

Jeder von uns hat so seine Stärken und sollte sich auf diese konzentrieren.

Ich kann nicht über Sport und "healthy life" reden und schreiben, weil ich das nicht repräsentiere. Es wäre so was von unglaubwürdig.

Würde ich darüber schreiben, würden sich viele Fragen was das soll.

Was man lebt, was man sagt, was man denkt....alles wird von unseren Leser wahrgenommen und oft nicht vergessen.

Noch etwas: Body Shaming und Selbtsliebe haben vieles gemeinsam. Ich begrüsse alles was mit dem Thema "Selbstliebe" zu tun hat. Bin absolut der Meinung, dass wer sich so akzeptiert wie er ist, auch alles schaffen kann.

Denkt daran und Eure Meinung dazu interessiert mich sehr.

Deine
Cinzia